Posts mit dem Label Geographie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Geographie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 1. Mai 2017

Größenverhältnisse

Dass Kanada das zweitgrößte Land der Welt ist, ist ja den meisten bekannt. Dass es nicht sehr dicht besiedelt ist, meist auch. Die absoluten Zahlen und wie das relativ zu Deutschland oder Europa steht, vergesse ich aber auch immer. Daher jetzt hier einmal eine Übersicht:
 
Kanada ist 9.985.000 km² groß und hat 36,29 Millionen Einwohner (Stand 2016).
 
Damit ist es fast so groß wie ganz Europa (inkl. dem europäischen Teil von Russland), das eine Fläche von 10,18 Millionen km² hat. Die Einwohnerzahl entspricht allerdings der von Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hessen zusammengenommen.
 
British Columbia hat eine Größe von 944.735 km² und ist damit fast dreimal so groß wie Deutschland.
 
In British Columbia leben 4,4 Millionen Menschen, davon 2,4 Millionen im Großraum Vancouver. Damit leben im Großraum Vancouver ungefähr so viele Menschen wie im Großraum Frankfurt und die restliche Fläche teilen sich die Bewohner von Hamburg - wohlgemerkt eine Fläche, die dreimal der Größe von Deutschland entspricht.
Wenn man den Ballungsraum nicht berücksichtigt, könnte man auch einfach sagen, dass in BC etwas mehr Menschen leben als in Rheinland-Pfalz (4 Millionen Einwohner).

Sonntag, 3. Januar 2016

Erdbeben in Vancouver

Am 30.12.2015 erschütterte ein Erdbeben Vancouver. Das Beben hatte eine Stärke von 4,9 auf der nach oben offenen Richterskala und war in Vernon wohl nicht mehr zu spüren. Das Epizentrum lag im Süden von Vancouver Island in 58 km Tiefe.
Bei einem Beben dieser Stärke gehen vereinzelt Gläser oder Flaschen zu Bruch und Fensterläden klappern. Erdbeben der Stärke 4,0 bis 4,9 kommen auch in Südhessen gelegentlich vor und auch in der Gegend von Vernon hat es in den letzten 20 Jahren wohl vereinzelt Erdbeben in vergleichbarer Stärke gegeben.
 
Wenn man auf die Karte schaut, ist das eigentlich nicht so verwunderlich: wir liegen nördlich von San Francisco, wenn auch 1.500 Kilometer. British Columbia grenzt an den sogenannten Feuerring, der den pazifischen Ozean umspannt. Kleinere Erdbeben kommen fast täglich vor, sind aber so schwach, dass man sie kaum bemerkt. "Größere" Beben, wie das vom 30.12.2015, gibt es ungefähr alle 20 Jahre. Auch Tsunamis als Folge eines Erdbebens kommen vor und sind in der dünn besiedelten Gegend British Columbias oft gefährlicher als die eigentlichen Erdbeben.
 
Bei der Untersuchung der Erdplatten, die in dieser Region aufeinander treffen, stellten Geologen übrigens 1980 fest, dass Vancouver Island ein eigener kleiner Erdteil ist, der wohl im Südpazifik entstand. Tropische Fossilien auf der Insel gaben den Forschern bis dahin Rätsel auf.
Man glaubte ursprünglich, Vancouver Island sei vom Festland British Columbias abgebrochen. Jetzt geht man davon aus, dass es vor etwa 250 Millionen Jahren im südpazifischen Raum entstand und sich seither nach Norden bewegt, wo es sich vor circa 100 Millionen Jahren British Columbia näherte.
 
Für uns wohl alles nicht wirklich relevant. Aber ich werde schauen, ob die Schränke mit den Gläsern fest schließen.

Samstag, 7. Februar 2015

Okanagan Valley

Das Okanagan Valley ist der kanadische Anteil des Tals des Okanagan River, der im Okanagan Lake entspringt und im US-Bundesstaat Washington in den Columbia River mündet. Das Tal ist geprägt von vielen Seen, deren größter der Okanagan Lake mit einer Länge von 135 km ist.
Der Name Okanagan geht auf einen Indianerstamm der Salish zurück. Das Tal selbst und die Seen sind von urzeitlichen Gletschern geformt worden. Die besondere Lage zwischen Pazifikküste und Rocky Mountains und inmitten zweier Bergketten ist Ursache für das extrem milde Klima.
Das Okanagan Valley gilt auch als das Napa Valley oder das Tessin Kanadas. Das Klima ist außergewöhnlich warm und trocken, Sommertemperaturen über 30°C sind üblich. Von Nord nach Süd nimmt die Trockenheit zu, nahe der US-Grenze herrscht echtes Wüstenklima, hier wachsen Kakteen.

1892 wurde die erste Apfelplantage angelegt, heute wachsen Aprikosen, Pfirsiche, Kirschen, Pflaumen und immer mehr Wein. In Osoyoos gibt es auch das erste von den First Nations geführte Weingut NK’Mip Cellars.
Angebaut werden vor allem Weißweine, inzwischen aber geht der Trend immer stärker auch zu Rotweinen. Angebaut werden fast alle klassischen Rebsorten, wie z.B. die roten Sorten Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Gamay, Merlot, Pinot Noir und Syrah sowie die weißen Sorten Chardonnay, Chenin Blanc, Gewürztraminer, Pinot Blanc, Pinot Gris, Riesling, Sauvignon Blanc, Semillon und Viognier. Darüberhinaus gibt es autochtone Rebsorten wie den Vidal, der neben dem Riesling auch verbreitet für Eiswein verwendet wird. Trotz eines geringen Anteils an der Gesamtproduktion ist Kanada der weltweit größte Produzent von Eisweinen. Kanada ist für deren Anbau prädestiniert, da die Übergangszeit vom trockenen Herbst zum kalten Winter mit Temperaturen von -8 °C bis -13 °C mit hoher Konstanz jedes Jahr wiederkommt.
Die Weine des Okanagan sind in Deutschland noch nicht sehr verbreitet, international gewinnen sie aber regelmäßig Preise.
 
Die meisten Weingüter bieten Führungen an und haben oft auch eine angeschlossene Gaststätte, wo man mit Blick über den See den Wein genießen kann. Tips zu besonders empfehlenswerten Weingütern folgen dann zu gegebener Zeit.