Mittwoch, 11. Januar 2017

Assessment Letters

In Kanada erhält man Anfang des Jahres als Hausbesitzer einen "Assessment Letter". Darin wird einem mitgeteilt, wie hoch der Staat den Wert des Hauses schätzt, das man besitzt. Das ist die Basis für die jährlich zu entrichtenden Grundsteuern, anders als in Deutschland, wo einmal der Einheitswert festgelegt wird, der dann als Basis stabil bleibt.
 
Im Okanagan hat man dieses Jahr den höchsten Anstieg dieser Schätzwerte seit einem Jahrzehnt zu verzeichnen. Die Wertsteigerungen gehen von 5 bis 20%, vor allem im Central Okanagan rund um Kelowna sogar bis zu 30%. Da das höhere Abgaben zur Folge hat, sind das für viele Hausbesitzer keine erfreulichen Neuigkeiten.
 
Grund für die Wertsteigerungen ist natürlich vor allem die steigende Nachfrage am Immobilienmarkt. Wie eine Verantwortliche so nett sagte: "The economy is stronger in B.C. and it is just a very desirable place to live.”
 
Die Leute kommen aus anderen Teilen Kanadas, aber auch aus der ganzen Welt nach British Columbia. In Vancouver hat man im August die Notbremse gezogen: die Immobilienpreise waren wegen der starken ausländischen Nachfrage dermaßen angestiegen, dass eine zusätzliche Steuer von 15% für Ausländer beim Immobilienkauf eingeführt wurde. Vor allem Asiaten hatten bis dahin Wohnungen gekauft und als reine Geldanlage meist leer stehen lassen - während einheimische Familien sich keine Immobilien mehr leisten können. Nach ersten Auswertungen war die Maßnahme auch erfolgreich, die Anzahl der Immobilienverkäufe in der Vancouver Region ist stark gesunken.

Samstag, 31. Dezember 2016

Happy New Year!

Es war ziemlich still auf diesem Blog in den letzten Monaten. Einer der guten Vorsätze für das Neue Jahr wird daher sein, wieder häufiger etwas zu posten. Vorerst mit Fotos vergangener Aufenthalte - bis wir wieder da sind, wird es noch etwas dauern.
Im neuen Jahr beginnen wir dann aber tatsächlich mit der Aufteilung unseres Lebens auf zwei Standorte Die Kanada-Aufenthalte werden damit auch länger :-)
 
Bis wir wieder nach Vernon können, ist das Haus an Freunde von Nachbarn vermietet und somit kanadisch weihnachtlich geschmückt:

 

Im Moment ist es in Vernon untypisch kalt: die Temperaturen liegen zwischen -5 und -10 Grad, für den Beginn des neuen Jahres sind sogar Temperaturen zwischen -12 und -20 Grad angekündigt.
Dafür ist der Himmel klar und es liegt dichter Schnee. Die Nachbarn versüßen uns die Wartezeit mit Fotos unseres winterlichen Hauses.

Sonntag, 28. August 2016

Wildfire bei Predator Ridge

Das war ein Schreck auf dem Rückflug: während wir in Vancouver auf weitere Informationen zu unserem verspäteten Flug warten, erhalten wir eine Mail von den Nachbarn. Hinter dem Sparkling Hills Hotel brennt es.


Um 15:20 wurde das Feuer wohl entdeckt. Zwei Löschflugzeuge und ein Helikopter haben es aus der Luft bekämpft, 20 Leute waren am Boden.

 
Die Truppen von BC Wildfire und dem Vernon Fire Departement haben das Feuer gottseidank recht schnell in den Griff gekriegt, gegen Abend hat es auch angefangen zu regnen. Über Nacht ist es auf eine Fläche von 6 Hektar angewachsen, was aber als gering eingestuft wird (kanadische Größenverhältnisse).
Das Feuer heißt jetzt 'Kookanee Road Fire' und ist als Stufe 1 Feuer eingestuft. Das bedeutet ein leichter Grasbrand ohne große Rauchentwicklung. Es ist unter Kontrolle, aber noch nicht endgültig gelöscht. Weitere 20 Feuerwehrleute sind angekommen, um das Feuer endgültig zu löschen, sogenannte Hotspots aufzuspüren etc. Business as usual für die hiesige Feuerwehr. Die Evakuierungsaufforderung für 45 Häuser in der näheren Umgebung wurde aufgehoben.
 
Der Grund für den Ausbruch des Feuers wurde inzwischen auch entdeckt: eine Stromleitung war vom Wind heruntergerissen worden und hat dabei wohl einen Baum berührt und in Brand gesetzt.
 
Unser Flug wurde übrigens gecancelled. Die Lufthansa hat das Problem nicht in den Griff gekriegt (die Organisation für die gestrandeten Passagiere einer Boeing 747 auch nicht). Wir haben jetzt einen weiteren Tag in Vancouver, bevor wir Plätze in einem Flug nach Frankfurt haben.
 
                                                       
 


Sonntag, 17. Juli 2016

Gray Monk Winery

Da wir mitten in einem Weinbaugebiet leben, versteht es sich, dass wir unseren Wein nicht dauerhaft im Liquor Store kaufen wollen. Wir werden also nach und nach die Weingüter der Umgebung durchprobieren.

Den Anfang haben wir mit der Gray Monk Winery gemacht. Sechs Wineries aus dem Lake Country (unsere Gegend) haben sich für ein gemeinsames Marketing zu den 'Scenic Sip' Wineries zusammengeschlossen.


Gray Monk ist besonders berühmt für seinen Pinot Grigio, aber auch für eine Traube namens 'Ehrenfelser'.
George und Trudy Heiss sind die Inhaber der Winery. Sie sind aus dem deutschsprachigen Raum (vermutlich Österreich, dokumentiert ist das nirgends) über Alberta nach British Columbia gekommen. 1976 haben sie die ersten Pinot Grigio Weinstöcke überhaupt in BC gepflanzt. Die Winery ist damit die älteste familiengeführte Winery in Kanada.
Von dieser Rebe leitet sich auch der Name Gray Monk ab: wegen der blau-grauen Farbe der Traube heißt sie in Österreich und Ungarn auch 'grauer Mönch'.

 
 
Die Winery liegt wunderbar oberhalb des Lake Okanagan. Inzwischen gehören aber 75 Acres Anbaugebiet an verschiedenen Stellen des Okanagan Valley zu Gray Monk.



 
 
 
 
Im Visitor Centre wird man freundlich empfangen und beraten und kann einige Weine probieren. Wenn man mind. 36 Flaschen kauft, wird man in den "Wine Club" aufgenommen und erhält seinen Wein 10% günstiger. Da waren wir natürlich sofort dabei, wie wohl so ziemlich jeder, der hierher kommt. Freundlich von der Beraterin zusammengefasst unter "everyone entering through this door qualifies".
Wir haben zwei verschiedene Sorten Weißwein gekauft und einen Rosé. Die lagern jetzt in unserem Weinkühlschrank im Terrace Room und sind damit jederzeit trinkbereit.
Abschließend sind wir noch in das Grapevine Restaurant gegangen. Obwohl das Wetter nicht ganz so schön war - wie auf den Fotos leicht zu sehen - haben wir die Terrasse vorgezogen. Hier kann man bei einem erheblich gemäßigteren Geräuschpegel als innen den Ausblick und das gute Essen genießen. Auf der Karte wird natürlich zu jedem Gericht der passende 'Gray Monk'-Wein angegeben.
 

Fazit: die Winery ist schon sehr kommerziell aufgemacht, Reisebusse kommen hier auch gut unter. Der Kontakt ist trotzdem Kanada-typisch freundlich und persönlich und die Weine und die (einfachen) Gerichte des Restaurants empfehlenswert. Hier waren wir nicht zum letzten Mal. Eine alkoholfreie Erinnerung habe ich mir darum auch mitgenommen:

 


Donnerstag, 16. Juni 2016

Sonnenuntergänge

Die Sonnenuntergänge in Vernon sind spektakulär und unser Deck ist genau in Richtung Sonnenuntergang ausgerichtet. Darum heute einfach ein paar kitschige Bilder.


Im Laufe des Sonnenunterganges lösen sich die Wolken meist auf, der See ist bleifarben und die Konturen treten immer stärker hervor.


Manchmal hat man zu Beginn des Sonnenunterganges ein ganz unwirkliches Licht,

 

das sich aber auch in die scharfen Konturen auflöst


 bis der Anblick fast einem abstrakten Gemälde ähnelt.


Erinnert doch an Mark Rothko, oder?


Sonntag, 12. Juni 2016

Wäsche waschen in Kanada

Von der Verwunderung der Kanadier, dass wir keine 9 kg-Waschmaschine benötigen, sondern mit 7 kg auszukommen glauben, hatte ich ja schon berichtet.
Es bleibt aber auch spannend, wenn man die Waschmaschine zu Hause hat.
 
Wir haben eine ziemlich deutsche Waschmaschine, d.h. man kann Temperatur und Schleuderzahl einstellen. Bei kanadischen Waschmaschinen ist es durchaus üblich, dass nur zwischen hot und cold unterschieden wird. Etwas anderes deutsches ist mir dann erst mit Blick auf den Weichspüler aufgefallen:

 

Wir haben ein Fach für den Weichspüler. Das scheint kein Standard zu sein...
 
Waschmittel in Kanada sind ohnehin spannend: wo bei uns Waschmittel für weiße, bunte, dunkle Wäsche, Sportwäsche oder Wolle und Seide stehen, gibt es in Kanada - Waschmittel und Entfärber. Verschiedene Hersteller, aber das vergleichbare Produkt. Naja, nicht ganz: für Wolle gibt es tatsächlich extra Waschmittel. Macht das Leben einfacher. Ich werde trotzdem die weiße Bettwäsche im Auge behalten - und vielleicht irgendwann Waschmittel importieren ;-)

Freitag, 3. Juni 2016

Longspoon Loop

Auf dem Gelände von Predator Ridge gibt es über 25 km Wanderwege bzw. Mountain Bike Trails. Dabei handelt es sich um rudimentär befestigte und regelmäßig freigeschnittene Waldwege.


Bei uns geht der Longspoon Loop entlang und so bin ich bei schönem Wetter hier entlang gewandert um dann weiter zur Outlook Cabin und der Outdoor Yoga Platform zu kommen.
 
Wie überall hier in der Gegend ist es ziemlich steil, man hat also unweigerlich genügend Gelegenheit die Landschaft zu bewundern - so schnell kommt man nicht vom Fleck.
 
Im Mai war noch alles dicht grün und am Blühen. Das ändert sich dann im Laufe des Sommers. Am Wegrand standen z.B. Lupinen



oder auch intensiv duftende Wildrosen


Kleine Tümpel gab es auch - und dort leider auch Stechmücken. Die sind dann aber im Sommer selten, da ist ihnen zu heiß :-). Wenn man nicht in der Nähe von Teichen war, hatte man auch jetzt kein Problem mit den Mücken.


Die Ausblicke zwischendurch sind aber den ein oder anderen Mückenstich auch wert.


Die Outdoor Cabin ist ein Blockhaus-Kiosk auf dem Golfplatz, mit einer Terrasse mit Ausblick über den Golfplatz und auf den See und die umliegenden Berge.


Ich wollte dann aber weiter zur Outdoor Yoga Platform. Ein Stück weiter unten geht ein Weg steil den Berg hinauf, mit einem Schild, das freundlich darum bittet die Golfcarts hier stehen zu lassen. Die kämen vermutlich auch gar nicht hier rauf.
Es gibt im Sommer einmal wöchentlich einen Yogakurs, der vom Fitness-Center hierhin wandert, Yoga macht und dann wieder zurück wandert. Wirklich ein besonderer Ort:


Die Platform liegt abgeschieden oberhalb des Golfplatzes und bietet einen wunderbaren Ausblick über den See und die Landschaft. Durch die Bauweise hat man das Gefühl über der Landschaft zu schweben - entspannend auch ohne Yoga.


 

Dieses Schild habe ich dann erst auf dem Rückweg gesehen. Sonst wäre mir so allein im Wald doch ein bisschen mulmig gewesen...