Morgens liefen plötzlich Rehe über die Driving Range. Sie sind aber schnell verschwunden, offenbar waren sie nicht sonderlich an Golf interessiert :-).
Auf dem Gelände von Predator Ridge wurde bewusst die Natur völlig unberührt gelassen - bis auf die Golfplätze und Straßen natürlich. 12km ausgeschilderte Wanderwege führen hier auf meiste recht steilen Wegen herum - immer ordentlich ausgeschildert.
Die Tiere sind dermaßen daran gewöhnt, dass hier Menschen herumlaufen und ihnen nichts tun, dass sie sich auch nicht weiter stören lassen und die zarten Frühlingstriebe genießen.
Wir haben stattdessen den Ausblick auf den Lake Okanagan genossen - allerdings bei heraufziehendem Regen
In Kanada wachsen übrigens auch Orchideen
und die überall hängenden Trinkstationen enthalten Zuckerwasser für die Kolibris
So eines werden wir uns dann natürlich auch zulegen.
Sonntag, 10. Mai 2015
Sonntag, 3. Mai 2015
Auswahlmarathon, Teil 2
Durch den nächsten Tag führte uns dann Elizabeth, die Innenarchitektin. Wir hatten den Auftrag erhalten, uns im Resort nach Häusern umzuschauen, wo uns Farbe und/oder Steinauswahl gefallen. Vorgabe für unser Haus ist, dass beides nicht mit den Nachbarn übereinstimmen darf. Haben wir bisher nur an einer Seite, also war das keine allzu große Einschränkung.
Die entsprechenden Steine waren im Geschäft auch schnell gefunden. Jetzt ging es weiter zur Innenausstattung: Holzboden, Teppichboden für Arbeits- und Schlafzimmer, Teppichboden für das Basement. Fliesen für Masterbad, Gäste-WC, Laundry, Wände in der Küche, Gästebäder im Basement... Nebenbei haben wir auch noch Waschbecken und Armaturen für die Bäder ausgesucht, das spart einen Termin am Folgetag. Nach drei Stunden war alles entschieden und wir haben uns ein Mittagessen im Cactus Club verdient.
Weil wir gerade so in Schwung waren, im Anschluss mit Elizabeth schon mal ein Rundgang durch ein Möbelgeschäft: Marshall's Homeliving. Bei denen hatte ich auf der Homepage auch schon einiges gefunden, das auf meine Pinterest Sammlung gewandert ist. Dieser Hocker/Beistellltisch muss unbedingt ins Basement!
Und dann waren da genau so ein Sofa und Sessel, wie wir es uns vorgestellt haben. Richtig schönes Vintage-Leder, gemütlich, aber doch ein bisschen formell, für den Great Room. Und discontinued...
Bentley konnte aber noch einen zweiten Sessel dazu organisieren, und so haben wir Sofa und Sessel gekauft, bevor der Raum überhaupt steht. Lagerung ist gottseidank kein Problem. Platz genug gibt es ja in Kanada ;-)
Die Pleite kam dann leider am nächsten Tag, bei der Leuchtenauswahl. Ich hatte mich gefühlte Monate lang durch alle verfügbaren Herstellerseiten geklickt und eine Auswahl zusammengestellt. Anscheinend haben aber die kanadischen Hersteller ihr Sortiment kurz vor unserer Ankunft überarbeitet. Jedenfalls waren die meisten der ausgewählten Leuchten nicht mehr verfügbar. In der Kürze ließ sich im Geschäft jetzt auch kein befriedigender Ersatz finden.
Dafür hat die anschließende Internetrecherche ergeben, dass fast alle angeblich nicht mehr verfügbaren Leuchten Online noch erhältlich sind. Das wird jetzt noch geklärt und die Leuchtenauswahl erfolgt dann per Mail.
Mit Elizabeth haben wir vereinbart, wenn wir im September wiederkommen, einen großen Möbeleinkauf gemeinsam zu machen. Sie wird dann auch überwachen, dass alles rechtzeitig geliefert und an der richtigen Stelle aufgebaut wird. Wir werden also ein Bett haben, wenn wir das erste Mal in unser fertiges Haus kommen.
Freitag, 1. Mai 2015
Auswahlmarathon, Teil 1
Montags war es dann so weit, wir sind nach Kelowna geflogen und dann natürlich sofort bei unserer Baustelle vorbeigefahren. Da wurde auch noch fleißig gearbeitet - von einem Stuttgarter!
Vor 15 Jahren ausgewandert, nachdem er dies als den schönsten Fleck Kanadas identifiziert hat. Jetzt bringt er deutsche Wertarbeit in unsere Basiskonstruktion.
So sieht es bisher aus:
Vor 15 Jahren ausgewandert, nachdem er dies als den schönsten Fleck Kanadas identifiziert hat. Jetzt bringt er deutsche Wertarbeit in unsere Basiskonstruktion.
So sieht es bisher aus:
Dienstag wurde es dann ernst: erster Termin Küchengeräte.
Gott, sind kanadische Kühlschränke groß! Integrierte Eiswürfelbehälter und Wasserzapfstelle sind Standard. Induktionsherd und Mikrowelle finden wir dann auch noch. Jennair heißt der Hersteller der Wahl.
Bei Geschirrspülern werden deutsche Hersteller empfohlen, da kennt man sich dann wieder aus.
Bei der Auswahl der Waschmaschine werden Erinnerungen an den Info-Abend für Austauschschüler wach: "Wenn Sie in kanadischen Haushalten etwas sehen, das an einen umgebauten Panzer erinnert, ist das die Waschmaschine." Auch hier gibt es aber deutsche Hersteller. Bei denen lässt sich auch die Waschtemperatur einstellen. Und ja, 7 kg Füllmenge (kleinste erhältliche Größe) reicht bestimmt. Zuhause haben wir 5 kg, das war für eine vierköpfige Familie völlig ausreichend bisher.
In einer Stunde sind wir durch. Die dürfte teuer gewesen sein.
Nächste Station ist beim Schreiner, für die Bad- und Küchenmöbel.
Mit der vorgeschlagenen Aufteilung sind wir einverstanden - es gibt ja auch noch kein Geschirr oder Töpfe, die hineinpassen müssten. Festzulegen ist also die Farbe und die Art der Türen: mit Rahmen, mit abgeschrägtem Rahmen, noch ein Bogen... Das ganze für Küchenschränke und -Insel, Masterbad, Gästebäder, Gäste-WC, Laundry und Barzeile. Als nächstes sind die Türgriffe dran. Oder doch lieber Knöpfe? Sollten in der Küche zu den bereits ausgesuchten Küchengeräten passen und in den Bädern zu den noch nicht ausgesuchten Armaturen.
Die Arbeitsflächen für die Bäder sind noch auszusuchen. Da gibt es spezielle Beschichtungen, auch dafür hat Matt Materialproben. Geschafft. Jetzt haben wir uns ein Mittagessen in der Sonne verdient. Dann geht es weiter, die Granitflächen für Küche und Bar aussuchen.
Das machen wir bei Sunday - und die hat auf ihrer Liste stehen, dass auch die Arbeitsflächen im Bad aus Granit sind. Die Verwirrung klärt sich durch einen Anruf von Karyn: alle Arbeitsflächen sind aus Granit. Also suchen wir für die Bäder nochmal aus. Und dann für Küche und Bar. Dann noch die Kantenverarbeitung und die Form der Kücheninsel.
Und jetzt zur Belohnung nochmal auf die Baustelle und den Blick genießen:
Montag, 27. April 2015
Kanada-Trip
Letzte Woche waren wir in Kanada, zur Baustellenbesichtigung und vor allem zur Endauswahl von allem was bei einem Haus so zu entscheiden ist: von der Außenfarbe bis zu den Griffen der Badezimmermöbel.
Es war klar, dass das nicht gerade als Urlaub zählen wird, so haben wir uns vorher anderthalb Tage Vancouver gegönnt. Das ist immer eine Reise wert. Kanada von oben, wie man es sich vorstellt: Weite, Wasser, Schnee.
Und der Anflug auf Vancouver:
Sonntag war der 'Vancouver Sun Run'. Der 10 km-Lauf wurde 1985 ins Leben gerufen um für die gesundheitlichen Vorteile des Laufens zu werben. Damals nahmen 3.200 Läufer teil. In 2015 waren es 39.046 Läufer und über 3.000 freiwillige Unterstützer des Organisationsteams auf der Strecke. Der Name kommt übrigens nicht vom typisch kanadischen Wetter, sondern vom Hauptsponsor: der Tageszeitung 'The Vancouver Sun'.
Wir sind dem Trubel entflohen und haben das in der Tat sonnige Wetter für einen Ausflug zum Grouse Mountain genutzt. Mit dem Seabus nach North Vancouver und dann mit dem Bus an die Talstation der Skyride Gondel. Die Gondel ist Nordamerikas größte Drahtseilbahn (natürlich ein Schweizer Fabrikat) und bringt einen in 8 Minuten nahezu senkrechter Fahrt auf den Berg.
Hier oben kann man im Winter Ski fahren oder im Sommer auf unterschiedlichen Trails wandern und die herrliche Aussicht auf Vancouver, die umliegenden Berge und den Pazifik genießen.
Wer will kann aber auch per Zipline durch die Wälder sausen. Wir haben uns als winkende Zuschauer verdient gemacht.
Dieser kuschelige Geselle ist mit gutem Grund hinter Elektrozaun. Auf dem Grouse Mountain gibt es eine Aufzuchtstation für Grizzlies, wo Waisen auf ihr späteres Leben in der Wildnis vorbereitet werden. Derzeit sind hier zwei Grizzlies, die nach dem Winterschlaf auch die sonnigen Plätze gesucht haben und daher aus einer Distanz zu betrachten waren, bei der man in freier Wildbahn längst auf der Flucht wäre.
Samstag, 28. März 2015
Die Baugenehmigung ist da!
Jetzt kann es losgehen - hoffentlich
Freitag, 13. Februar 2015
Cristiano Ronaldo
... hat natürlich nichts mit Kanada oder dem Okanagan Valley zu tun.
Die UBC Okanagan bietet jetzt aber einen Soziologie-Studiengang zu ihm an: Luis Aguiar, außerplanmäßiger Professor für Soziologie, kombiniert hier seine zwei größten Leidenschaften Fußball und kritische Soziologie. Während des 4-jährigen Soziologie Moduls werden das stereotype Image Ronaldos und die portugiesische Mentalität untersucht.
Ob das Studium auch ein Zusammentreffen mit dem Studienobjekt beinhaltet, konnte ich nicht herausfinden. Das würde die Anmeldezahlen vermutlich erheblich steigern.
Samstag, 7. Februar 2015
Okanagan Valley
Das Okanagan Valley ist der kanadische Anteil des Tals des Okanagan River, der im Okanagan Lake entspringt und im US-Bundesstaat Washington in den Columbia River mündet. Das Tal ist geprägt von vielen Seen, deren größter der Okanagan Lake mit einer Länge von 135 km ist.
Der Name Okanagan geht auf einen Indianerstamm der Salish zurück. Das Tal selbst und die Seen sind von urzeitlichen Gletschern geformt worden. Die besondere Lage zwischen Pazifikküste und Rocky Mountains und inmitten zweier Bergketten ist Ursache für das extrem milde Klima.
Das Okanagan Valley gilt auch als das Napa Valley oder das Tessin Kanadas. Das Klima ist außergewöhnlich warm und trocken, Sommertemperaturen über 30°C sind üblich. Von Nord nach Süd nimmt die Trockenheit zu, nahe der US-Grenze herrscht echtes Wüstenklima, hier wachsen Kakteen.
1892 wurde die erste Apfelplantage angelegt, heute wachsen Aprikosen, Pfirsiche, Kirschen, Pflaumen und immer mehr Wein. In Osoyoos gibt es auch das erste von den First Nations geführte Weingut NK’Mip Cellars.
Angebaut werden vor allem Weißweine, inzwischen aber geht der Trend immer stärker auch zu Rotweinen. Angebaut werden fast alle klassischen Rebsorten, wie z.B. die roten Sorten Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Gamay, Merlot, Pinot Noir und Syrah sowie die weißen Sorten Chardonnay, Chenin Blanc, Gewürztraminer, Pinot Blanc, Pinot Gris, Riesling, Sauvignon Blanc, Semillon und Viognier. Darüberhinaus gibt es autochtone Rebsorten wie den Vidal, der neben dem Riesling auch verbreitet für Eiswein verwendet wird. Trotz eines geringen Anteils an der Gesamtproduktion ist Kanada der weltweit größte Produzent von Eisweinen. Kanada ist für deren Anbau prädestiniert, da die Übergangszeit vom trockenen Herbst zum kalten Winter mit Temperaturen von -8 °C bis -13 °C mit hoher Konstanz jedes Jahr wiederkommt.
Die Weine des Okanagan sind in Deutschland noch nicht sehr verbreitet, international gewinnen sie aber regelmäßig Preise.
Die meisten Weingüter bieten Führungen an und haben oft auch eine angeschlossene Gaststätte, wo man mit Blick über den See den Wein genießen kann. Tips zu besonders empfehlenswerten Weingütern folgen dann zu gegebener Zeit.
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